Sprachkurse

Sprachpatenprogramm

Für viele Studierende aus dem Ausland ist ein Studium in deutscher Sprache eine enorme Herausforderung.

Das Projekt “Sprache ist Brücke“ unterstützt ausländische Studierende der TU Bergakademie Freiberg mit einem Sprachpatenprogramm. Im Rahmen dieses Programms treffen sich Sprachpaten und ausländische Studierende regelmäßig, um im Gespräch oder anhand geeigneter Texte die Deutschkenntnisse des „in Obhut“ genommenen Schützlings zu verbessern. Dabei geht es nicht um die fachliche Unterstützung der jungen Leute im Studium, sondern allein darum, mit den Studierenden das Sprechen und das hörende Verstehen deutscher Texte zu üben und bei neuen Vokabeln oder Grammatikformen Hilfe zu geben. Erfahrungsgemäß entwickelt sich dabei mit der Zeit ein tieferes Verständnis für den jeweils anderen Kulturkreis. Oft entsteht so auch ein nettes, beide Seiten bereicherndes gegenseitiges Vertrauensverhältnis.

Warum gibt es ein Sprachpatenprogramm?

Ausländische Studierende sind individuell unterschiedlich lange Zeit an ihrem Studienort. Oft sind die Aufenthalte zu kurz, um eine ausreichende Sprachpraxis im Deutschen zu erlangen. Zudem haben die meisten dieser Studierenden leider wenig Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung, vor allem am Anfang, wenn sie noch nicht lange in Deutschland sind. Die Förderung solcher Kontakte gehört daher auch zum Anliegen unseres Programms.

Sie möchten sich ehrenamtlich engagieren?

Dabei möchten Sie Ihr zeitliches Engagement aber auch flexibel und selbstbestimmt gestalten können? Sie sind weltoffen, gehen gern auf andere Menschen zu, beherrschen die deutsche Sprache recht gut und bringen auch viel Geduld mit?

Dann unterstützen Sie uns doch dabei, ausländische Studierende als Sprachpate/in durch das Studium zu begleiten!

Sprachpaten bekommen nebenbei auch interessante Einblicke in das Leben der Studierenden und erfahren viel über ihre Heimatländer. Sie unterstützen junge Leute ganz konkret dabei, ihr Studium zu meistern und erfolgreich abzuschließen.

Wie können Sie Sprachpate werden?

In einem Erstgespräch zwischen den interessierten Studierenden und dem Koordinator des Sprachpatenprogramms werden die Wünsche, die Motivation und die bereits vorhandenen Deutschkenntnisse des jeweiligen Studierenden eruiert.

Bei einem ersten Treffen der zukünftigen Sprachpaten mit den Studierenden und den Koordinatoren des Sprachpatenprogramms werden passende Zweier-Teams gebildet („Matching-Treffen“).

Turnus und Ort der regelmäßigen Treffen des Sprachpaten mit der/dem Studierenden werden individuell vereinbart. Man kann nach Belieben auch kleinere „Events“ oder Unternehmungen vorsehen, z. B. Stadtrundgänge, Ausflüge, gemeinsames Kochen, Teilnahme an Familienfeiern usw.

Wie werden Sie dabei unterstützt?

  • durch ein monatliches Treffen der Sprachpaten, um Fragen, Probleme und Erfolge bei der Unterstützung der Studierenden in ungezwungener Atmosphäre zu besprechen;
  • durch die enge Einbindung der Studierenden in das Internationale Universitätszentrum;
  • durch Angebote für gemeinsame Unternehmungen der Sprachpaten und Studierenden.

Selbstverständlich sind die Sprachpaten im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements unfallversichert. Mit diesem Angebot besteht seit rund acht Jahren ein funktionierendes, anspruchsvolles Programm für interkulturelle Begegnungen, das zahlreichen ausländischen Studierenden eine wertvolle Hilfe ist.

Sprachtutorenprogramm

Für Studierende aus dem Ausland ist die Abfassung der Studienarbeiten in korrekter deutscher Sprache oftmals eine erhebliche Hürde. Daher unterstützt das Projekt „Sprache ist Brücke“ ausländische Studierende der TU Bergakademie Freiberg mit einem Sprachtutorenprogramm.

Sprachtutoren sind Bürger/innen aus Freiberg und Umgebung, die ausländische Studierende bei der sprachlichen Ausfertigung ihrer schriftlichen Studien- oder Promotionsarbeit unterstützen. Sie korrigieren Facharbeiten der Studierenden (z.B. Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten) und auch Bewerbungen.

Bei Treffen, die Sie während der Korrekturphase mit Ihrem „Schützling“ frei vereinbaren, trainieren Sie ganz nebenbei immer auch das Sprechen der deutschen Sprache. In dieser Zeit werden Sie für die jungen Menschen manchmal auch ein Ratgeber in Lebensfragen. Als Sprachtutor erleben Sie bei dieser Tätigkeit junge Leute aus uns zumeist fremden Kulturkreisen. Sie bekommen vielfältige Einblicke sowohl in deren Lebensgewohnheiten als auch in das Freiberger Universitätsgeschehen.
Als Tutor tragen Sie auf diese Weise zur Verständigung zwischen Aus- und Inländern sowie zur Verbundenheit der Universität mit der Bevölkerung bei.

Wer kann Sprachtutor sein?

Für diese ehrenamtliche Tätigkeit sind folgende Grundhaltungen bzw. Kenntnisse Ihrerseits von Vorteil:

  • eine weltoffene Einstellung;
  • gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift;
  • Aufgeschlossenheit gegenüber jungen Menschen aus dem Ausland;
  • variabel verfügbare freie Zeit.

Im Rahmen einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit haben Sie die Möglichkeit, sich einmal im Monat mit interessierten anderen Sprachtutoren zu einem zwanglosen Erfahrungsaustausch zu treffen. Außerdem können Sie gern Weiterbildungsangebote wahrnehmen oder auch vorschlagen, z.B. zum Thema

  • interkulturelle Verständigung;
  • Gestaltung einer Bewerbung;
  • Information über ausgewählte Studiengänge;
  • zu sonstigen Themen von Relevanz für Ihre Tutorentätigkeit.

Wie können Sie Sprachtutor werden?

1. Der/die interessierte Bürger/Bürgerin wendet sich an den Ansprechpartner der TU/Internationales Universitätszentrum. Es folgt ein Erstgespräch zu den Vorstellungen und Möglichkeiten einer solchen Tutorentätigkeit.
2. Die ausländischen Studierenden bzw. Doktoranden wenden sich mit der Bitte um Unterstützung ebenfalls an den Ansprechpartner des Tutorenprogramms der TU. Die Art der Betreuung, das Thema, der Umfang und der Abgabetermin der Arbeit werden besprochen.
3. Es findet ein erstes gemeinsames Gespräch zu dritt statt, bei dem der Sprachtutor/die Sprachtutorin und der/die Studierende sich kennenlernen und den voraussichtlichen Korrekturablauf untereinander absprechen.
4. Der/die Studierende schreibt die Arbeit. Der Tutor/die Tutorin korrigiert den verfassten Text (evtl. abschnittsweise). Beide treffen sich danach, um die Korrekturvorschläge zu besprechen.
5. Der/die Studierende gibt die Arbeit beim zuständigen Lehrstuhl ab und bekommt den Verteidigungstermin genannt. Der für die Präsentation der Arbeit erforderliche Vortrag wird vom Studierenden formuliert und vom Tutor ggf. korrigiert.

Selbstverständlich sind die Sprachtutoren im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements unfallversichert.

Deutschlernen mit Familienanschluss

Die Initiative „Sprache ist Brücke“ unterstützt ausländische Studierende in Freiberg seit fast zehn Jahren. Für die erfolgreiche Arbeit erhielt die Initiative 2013 u. a. den Preis des Auswärtigen Amtes für exzellente Betreuung ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen. Als Sprachpaten und -tutoren sowie für Sprachtandems werden Freiwillige immer gesucht!

Pierre Carole Tsegouog-Kue und Heike-Hoffmann

Oft haben Studierende, die aus dem Ausland kommen, am Anfang nur geringe Deutschkenntnisse. Die Hürden eines Studiums sind für sie deshalb besonders hoch. Viele nehmen an Sprachkursen teil, dennoch fragten sich seinerzeit die Freiwilligenbörse im Lichtpunkt e.V., der Arbeitskreis Ausländische Studierende (AKAS) und das Internationale Universitätszentrum (IUZ), wie man ihnen noch zur Seite stehen könnte — die Geburtsstunde von „Sprache ist Brücke“.

Die Idee: Es gibt viele Menschen, die offen sind für neue Kulturen und anderen gern helfen. Jeweils ein Freiwilliger, so das Konzept, wird mit einem Studierenden in Kontakt gebracht. Beide Partner treffen sich regelmäßig miteinander. Das kann drei unterschiedliche Formen annehmen: Deutsche Muttersprachler helfen als Sprachtutoren bei schriftlichen Arbeiten oder Bewerbungen durch Korrekturlesen. Sprachpaten üben mit den Studierenden im Gespräch oder anhand von Texten Deutsch. Bei einem Sprachtandem vermitteln sich die Partner gegenseitig ihre jeweilige Landessprache. Im besten Fall halten die Sprachpartnerschaften für die gesamte Zeit des Studiums und gehen über das reine Lehren und Lernen weit hinaus.

So wie bei Heike Hoffmann, die viele aus dem Sekretariat des Rektors kennen, und Pierre Carole Tsegouog Kue, mittlerweile Absolventin im Masterstudiengang Maschinenbau. Beide trafen sich drei Jahre lang regelmäßig einmal pro Woche. „Wir waren dann zuhause oder haben etwas unternommen. Ich habe viel über Caroles Heimat Kamerun gelernt und ihre Familie getroffen. Ich war auch dabei, als sie ihre Masterarbeit problemlos auf Deutsch verteidigt hat“, erzählt Heike Hoffmann stolz. Ihr Schützling ist dafür sehr dankbar: „Sie hat meine Arbeit zweimal gelesen, um alles zu verstehen. Für meinen Abschluss habe ich dann die Note 2,0 erhalten“, so die Ingenieurin. Aber auch in anderer Hinsicht ist ihre Patin für sie sehr wichtig: „Sie war vom ersten Tag an sehr offen und einladend. Es hat mir immer geholfen, mit ihr zu sprechen, ohne mich zu schämen. Ich habe ihr vom Ablauf meiner Woche erzählt und auch von Schwierigkeiten. Sie hat mir zugehört und Fehler verbessert, mich beraten und ermutigt. Ich habe das Gefühl, dass sie immer für mich da ist; eigentlich haben wir ein familiäres Verhältnis“.

Die Abschlussarbeit von Pierre Carole Tsegouog Kue ist eine von über 420 Arbeiten, die Tutoren seit Beginn von „Sprache ist Brücke“ im sprachlichen Hinblick korrigiert haben. Die Texte stammen von Studierenden aus 48 Ländern, allen voran aus Russland, China, Polen, der Ukraine und der Mongolei. Zwanzig aktive Sprachtutoren gibt es aktuell. Ein Jahr nach der Gründung der Initiative, also 2011, kamen dann die Sprachpatenschaften hinzu. Seitdem wurden 125 Studierende betreut. Derzeit sind sechzehn Paten im Einsatz.

Die Sprachtandems waren anfangs ein studentisches Programm. Aufgrund der starken Nachfrage wurde es im Jahr 2013 dann für Nicht-Studierende geöffnet. Die meisten Teilnehmer wollen Deutsch trainieren. Am leichtesten finden sie einen Tandempartner, wenn sie selbst Englisch, Spanisch, Russisch und Französisch sprechen. Die Nachfrage nach Hindi, Chinesisch, Arabisch und anderen außereuropäischen Sprachen ist dagegen geringer, obwohl gerade Studierende mit diesen Muttersprachen einen Sprachpartner suchen. Das dürfte mit ein Grund sein, warum jüngst weniger Tandems vermittelt werden konnten: Waren es im akademischen Jahr 2017/18 noch 24 Paare, sank die Zahl neuer Tandems im vergangenen Jahrgang auf acht. Die Sprachinitiative sucht daher nach Freiwilligen als Sprachpaten und -tutoren sowie für die Sprachtandems.

Gerne können Sie bei Interesse und Fragen mit uns Kontakt aufnehmen